Psychologie: Die Auslöser von Aggressionen

von Sihing Peter Rensch

(Geschätzte Lesezeit 2:20min / 468 Wörter)

Die Wut schäumt über und die Situation eskaliert. Aggressionen sind ein Zeitphänomen mit dem jeder von uns konfrontiert werden kann. Wie kommt es dazu, welche Präventionsmaßnahmen gibt es und wie sollten wir uns verhalten?

Zorn, Tobsucht, Kontrollverlust. Aggressionen sind Verhaltensmunster, die ganz plötzlich ausgelöst werden und fatale Folgen haben können.

Ein falsches Wort und die Lage eskaliert. Experten nennen unterschiedliche Ursachen, die eine Aggression aktivieren können. Dazu zählen Gefühle der Ungerechtigkeit, Respektlosigkeit, Enttäuschung, Kränkung, Überforderung und Frust.

Bestes Beispiel hierfür: Ein Autofahrer schnappt einem anderen die ersehnte Parklücke weg und der Geprellte fühlt sich in seinem Selbstwertgefühl gekränkt.

Es entsteht eine innere Erregung, je nach Geisteszustand kommt es zu einer Affekthandlung mit verbalen und körperlichen Angriffen. Vor allem Menschen, die aufgrund ihres sozialen Gefüges angeschlagen sind neigen zu aggressiven Handlungen.

Dazu gehören neben emotionalen Ereignissen wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, Wohnungsverlust auch gesundheitliche Aspekte wie Bluthochdruck und Sucht, die Nährboden sind für aggressives Verhalten.

Aggression kann in zügelloser Zerstörungswut münden!

Eine plötzliche Konfrontation kann zum Auslöser für einen gewalttätigen Wutausbruch werden, der aufgestaute, negative Energien freisetzt. Die Folge: eine ungezügelte Zerstörungswut.

Verstärkt wird dieses Verhalten durch Drogeneinfluss, da zusätzlich die Hemmschwelle gesenkt wird. Aggressionen können unkontrollierte Kräfte freisetzen, die nicht zu unterschätzen sind. Betroffene verfügen meist nicht über die Fähigkeit herunterzufahren und sich selbst zu stoppen.

Wer mit solchen Zeitgenossen konfrontiert wird, muss auf der Hut sein.

„Der beste Weg ist es solchen tickenden Zeitbomben aus dem Weg zu gehen. Konfrontationen vermeiden, nicht provozieren und ruhig bleiben. Das sind sozusagen die Erste-Hilfe-Maßnahmen, um eine Eskalation zu vermeiden.“

Sigung Markus Hering, 5. Meistergrad im EVTF-VingTsun erklärt:

Auch wenn der Aggressor massiver wird und seine verbale Keule auspackt, brüllt, beleidigt, schimpft sollte das kein Anlass sein, sich auf dieses Niveau herabzulassen.

Bleiben Sie bei sich.

Ruhe bewahren, keine Beleidigungen aussprechen und die Sie-Ansprache wählen.

So schaffen Sie Distanz.


„Wer mit Aggression auf Aggression reagiert“, erklärt Markus Hering, „facht das Feuer an und eine körperliche Konfrontation wird unvermeidbar sein. Und wie wir wissen, ist der beste Kampf, der, der nicht ausgeführt wird.“

Gefahrensituationen richtig einschätzen und angemessen reagieren!

Und hier kommen wieder die Pluspunkte von EVTF-VingTsun zur Sprache.

Markus Hering informiert, wie die Schülerinnen und Schüler auf solche Situationen vorbereitet werden:
„Wir können durch unsere Trainingseinheiten Gefahrensituationen besser einschätzen und bleiben auch in Stressmomenten souverän. Dadurch wirken wir auf andere nicht nur entspannt, sondern machen auch deutlich, dass wir kein Opfertyp sind und uns zur Wehr setzen können.“

Dies hat den weiteren Vorteil, dass ein ausgebildeter EVTF-VingTsun-Kämpfer angemessen und fokussiert reagieren kann, wenn es doch zu einer Gefährdung kommt und der Angreifer attackiert.

Markus Hering: „Je nach Angriffslage haben wir die richtigen Techniken parat, um zu antworten. Bei schwächeren Gegnern, die beispielsweise schwer alkoholisiert sind bieten sich sanfte Mittel an wie Hebeltechniken. Bei gefährlichen Attacken setzen wir Schläge und Tritte ein, die in Bruchteilen von Sekunden sehr wirkungsvoll sind.“

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